Etwas Gutes zu tun, einen Hund aus einem Tierheim im Ausland zu retten, ihm ein neues Zuhause geben.

Wir freuen uns, wenn Sie sich für eine Adoption entschieden haben!

Wir wollen Sie nicht abschrecken, aber bitte lesen Sie diese Zeilen, denn es geht hier um ein Lebewesen, das, ja nach Alter, 10-15 Jahre ihr Leben mit Ihnen teilen wird, deshalb sollten Sie wissen, worauf sie sich einlassen. Ein Hund bedeutet Spaß, Beschäftigung, Liebe, lustige Momente, aber auch Verantwortung.

Der Hund wird es bei Ihnen besser haben, das wissen wir! Erst wird aber viel Zeit und Geduld von Ihnen gefordert, denn der Hund versteht nicht, was mit ihm passiert.

Für den Hund bedeutet unsere "Rettung":

Wegbringen aus der bekannten Umgebung (auch wenn es eine schlechte ist...)
Wegbringen von bekannter Hundegesellschaft
Ewig langer Transportweg in einem (bestenfalls) klimatisierten und geeigneten Transporter. (Für viele
dieser Hunde die erste Fahrt in einem Auto überhaupt...)
Je nach Fahrtdauer Pipipausen in fremder Umgebung
Fremde Geräusche und herumschaukeln im Dunkeln
Geruch von Angst der anderen "Mitfahrer"
Plötzliche Helligkeit, wenn sich die Türen öffnen
Fremde Hände, die ihn aus der (wieder "bekannten" Umgebung - Box - ) herausziehen
Absetzen in eine völlig fremde Umgebung
Konfrontation mit lauter zähnefletschenden (lächelnden) Gestalten, die schlimmstenfalls noch "jaulen" (achwiesüüüüüß-rufend) nach ihm greifen/ihn angreifen
Verbringung in das nächste "Gefängnis" (Auto) und wieder herumschaukeln (inkl. fremder Stimmen und Gerüche)
Ankunft in der nächsten fremden Umgebung, fremde Gerüche, Stimmen, evtl. Einsamkeit oder neue - fremde - Hundegesellschaft, die ihn auch noch bedrängt.
Müffelt der Hund, wird er natürlich noch gebadet. Bestenfalls lässt er es über sich ergehen, weil er
mittlerweile schon völlig erledigt ist.
Die erste Ruhe für diesen Hund kommt in der Nacht, wenn diese lärmenden Menschen endlich mal Ruhe geben
Am nächsten Tag ein "Gassi-Gang", um dem Hund zu zeigen, wie schön er es doch jetzt hat. Für den Hund nichts anderes, als erneute Reizüberflutung durch eine wieder komplett fremde Umgebung.

Der Hund wird instinktiv versuchen zu fliehen.

Im LAUFE DER ZEIT wird eine Gewöhnung stattfinden, sich eine Vertrautheit und Bindung einstellen............

Auch wenn es kein ausgesprochener Angsthund ist...
JEDER dieser Tiere hatte eine Vergangenheit, die keiner von uns kennt. Bei jedem dieser Tiere kann ein Auslöser reichen, ihn in Angst zu versetzen. Ein Geräusch, ein Geruch, ein Gegenstand, eine Bewegung... egal.

Und darum ist es auch wichtig, den Hund am Anfang doppelt zu sichern, denn auch das gibt ihm Halt und "Sicherheit".

Die Doppelsicherung bedeutet ein Halsband und ein Geschirr. Die Leine muss an jedem Ende 2 Karabiner haben, damit man einen am Halsband und einen am Geschirr befestigen kann. Bitte ein Sicherheitsgeschirr aus dem sich der Hund nicht rückwärts herauswinden kann. Weitere Infos hier

Auch im gesicherten Garten den Hund nicht ohne Leine (Schleppleine, kostet auch nicht die Welt) laufen lassen. So lange, bis sich eine Bindung eingestellt hat und man seinen Hund kennen und einschätzen gelernt hat.

Ein Hund kann nicht "dankbar", wie wir es verstehen, sein. Irgendwann ist er anhänglich, fühlt sich als Rudelmitglied angenommen, hat sich auf uns und unser Leben abgestimmt, sich darauf angepasst, hat sich auf uns geprägt.
Dankbarkeit setzt logisches Denken voraus, gepaart mit Vergleichen, mit gemachten Erfahrungen oder Erfahrungen durch Erzählungen. Hunde lernen durch Verknüpfung und für die meisten Straßenhunde (oder TH-Hunde, Hunde aus Tötungen oder schlechter Haltung allgemein) ist der Mensch der Stressfaktor Nummer eins.

Mensch bedeutet Ärger
Mensch bedeutet Schmerz
Mensch bedeutet Angst

Das ist die Verknüpfung dieser Hunde mit dem Individuum "Mensch" und es benötigt Zeit und Geduld, dem Hund zu zeigen, dass er es nun wirklich besser hat.
Unsere Erfahrungen, sowie Rückmeldungen von Adoptanten haben gezeigt, dass dies, je nach Hund, ein bis eineinhalb Jahre dauern kann, bis der Hund wirklich angekommen ist.

Doch die Geduld lohnt sich, Sie werden es merken!

Dankbarkeit, wie wir sie verstehen vielleicht nicht, aber es wird sich ein blindes Vertrauen, eine Bindung aufbauen, für die sich jede Sekunde Arbeit gelohnt hat und die man als Dankbarkeit von keinem Menschen bekommen wird.

BITTE beachten Sie, bei aller Vorfreude:

Sie sind dabei, sich für einen Hund aus dem Tierschutz zu entscheiden. Das möchten wir an dieser Stelle ganz klar und deutlich verstanden wissen!

Alle diese Tiere haben eine Vorgeschichte (gesundheitlich und psychisch), die wir im Tierheim zum Teil nicht kennen! Diese Tiere werden von uns nach bestem Wissen und Gewissen medizinisch, psychologisch und menschlich betreut. Wir betreuen viele Hunde und wir haben dazu nur sehr wenig ehrenamtliche Mitarbeiter zur Verfügung. Diese Menschen opfern ihre Freizeit, um die Hunde retten zu können und ihnen eine Zukunft zu geben!

Sie bekommen keinen Hund aus dem Katalog!

Wir als Tierschützer können KEINE Garantie übernehmen, dass der Hund zukünftig ohne gesundheitliche Makel bleiben wird. Diese Garantie wird Ihnen niemand geben können. Wir versuchen diesen wunderbaren Tieren eine Zukunft zu ermöglichen. Sie bekommen einen Hund, der ohne Sie bestenfalls eine Zukunft im Zwinger hätte oder bereits schon tot wäre.

Wir möchten daher an dieser Stelle an Sie appellieren:

Bitte entscheiden Sie sich nur für einen unserer liebenswerten Hunde, wenn Sie es aushalten können, dass ein Tier nach dem Reisestress auch einmal Durchfall haben kann, durch Mangelernährung von Ihnen aufgepäppelt werden muss, dass die ein oder andere Zecke noch an ihm haftet; dass er eine Eingewöhnungszeit benötigt, dass er nach Tierheim riecht, dass er verunsichert ist, dass er Ihre absolute Nähe benötigt, dass er einfach ein Tierschutzhund ist, der viel erlebt hat und manchmal auch ein wenig Zeit benötigt, um die neue Situation genießen zu können!

Bei Fragen hierzu stehen wir gerne mit Rat und Tat zur Verfügung!